Nicht nur Proteste gegen die AfD

Am Samstag Mittag, den 11.Mai, fand der Graffiti Workshop zu welchem das Offenen Antifa Treffen VS und die IGM-Jugend gemeinsam eingeladen hatten statt. Am frühen Abend demonstrierten in Villingen zahlreiche Menschen gegen eine Veranstaltung der AfD und den Auftritt Alice Weidels.

Gemeinsam gegen AfD & Nazis – Es ist Wahlkampf und die extreme Rechte versucht in die Öffentlichkeit zu drängen, viele setzen dem ihren Widerstand entgegen. Antifaschistische Politik ist jedoch mehr als das bloße Reagieren auf die Aktionen der AfD und Faschisten. Teil davon ist auch die eigenen Aktionsformen weiter zu entwickeln, sowie Können und Wissen weiter zu geben. Zwei Workshop Veranstaltungen organisierte darum das Offene Antifaschistische Treffen VS an diesem Wochenende im Zuge der antifaschistischen Kampagne zu den Kommunal- und EU- Wahlen.

Kurzerhand wurden der Graffiti Workshop und die Proteste gegen den Wahlkampfhöhepunkt der örtlichen AfDler verbunden und der Abschluss des Workshops wurde nach Villingen vor die Neue Tonhalle verlegt.

Die vor der Hlle zahlenmäßig stark vertretene Polizei hatte den Veranstaltungsort der Rechten weiträumig mit Gittern abgesperrt. Die vom Offenen Antifaschistischen Treffen angekündigten Proteste sollten laut den Behörden zudem auf einem Platz um die nächste Ecke, abseits jeglicher Öffentlichkeit stattfinden.

Die anwesenden AntifaschistInnen ließen sich darauf jedoch nicht ein. TeilnehmerInnen des Graffiti Workshops begannen stattdessen an vorgesehener Stelle ein großes Transparent aufzuspannen und ließen sich von der Polizei nicht aus dem Konzept bringen. Die Ordnungsbehörden akzeptierten schließlich den von den AntifaschistInnen selbstbestimmten Ort.

Die eingesetzten Bereitschaftspolizisten waren sichtlich irritiert, dass sich die Proteste nicht einzig direkt vor ihren Gittern abspielten. Als einige der Anwesenden dann begannen das gespannte Transparent mit dem Slogan „Wer AfD wählt, wählt…“  zu bemalen wurde die Polizei abermals aktiv.

Ein mitgebrachter Metallständer an dem das Transparent zusätzlich befestigt war, müsse da den Beamten keine Quittung dafür vorgezeigt wurde, geklaut sein. Mit dieser Begründung versuchten sie das Sprayen zu verhindern, zwar entstand kurzzeitig ein kleiner Tumult, das Graffiti wurde dennoch weiter gemalt und auch die Beschlagnahmung des Metallständers kurze Zeit später änderte daran nichts.

Als ankommenden AfDlern die auf dem Weg in die Halle durch die Gegenproteste wollten, den Weg versperrten wurde, wurde die Polizei einmal mehr nervös, beschränkte sich schlussendlich jedoch darauf potentielle Weidel Fans vor der antifaschistischen Kundgebung ab zu fangen und um diese herum zu leiten.

An der Veranstaltung der rechten Populisten nahmen etwa 200 Leute Teil, unter anderem der im Winter 2016 als Mitglied von „Der dritte Weg“ geoutete Faschist Stefan Andreas Günther welcher von örtlichen AfDlern mit Handschlag begrüßt wurde.

Als kurz nach 19 Uhr die letzten Besucher der AfD in der Halle verschwunden waren, wurden die Gegenproteste dort beendet und an einer viel befahrenen Straße in Villingen noch ein großes Transparent aufgehängt.

Am Sonntag gings es bereits weiter. Unter dem Motto „AfD, Partei des kleinen Mannes?“ fand der zweite Workshop des Offenen Antifaschistischen Treffen statt.

In Gruppen wurde das Programm der AfD unter die Lupe genommen, die Kernaussagen zusammengefasst und zusammengetragen was diese tatsächlich bedeuten und für Folgen haben. Die selbsternannte „Alternative“ ist alles, aber bestimmt nicht diejenige die für den Großteil der Menschen eine Verbesserung bieten wird.

Die AfD steht für eine Politik die einzig und allein dem Interesse der Reichen und der Wirtschaft dient, sei es beim Thema Umwelt, Bildung, Wohnen oder Arbeit.

Gemeinsam gegen AfD & Nazis. Es liegt auch an dir…