Diskussions- und Info- Veranstaltung zu: Querdenken0711 | antifaschistischer Intervention | Gewalt und Repression

16.Oktober, Beginn 20 Uhr, im Linken Zentrum Mathilde Müller

Seit mehreren Monaten sitzt ein Antifaschist aus dem Großraum Stuttgart in Untersuchungshaft, der schwerwiegendste Vorwurf gegen ihn lautet versuchter Totschlag, bei zahlreichen weiteren AntifaschistInnen in Baden-Württemberg gab es im selben Zusammenhang Hausdurchsuchungen.

Hintergrund:

Mehrere Wochen war Stuttgart der Hotspot der Coronaleugner und Hygienedemos. Auf dem Cannstatter Wasen versammelten sich zu Höchstzeiten über 10.000 Menschen um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu protestieren.

Die Inhalte der TeilnehmerInnen zeugten von einem rechten Gedankengut das verknüpft mit der Corona-Thematik auf die Straße fand.

Schnell kam es dabei zu einer auffallend offenen Zusammenarbeit verschiedenerer Akteure. Vertreter der AfD, die „Junge Alternative“, Aktionen der „Identitäten Bewegung“, das faschistische Betriebsprojekt „Zentrum Automobil“, Akteure von „Ein Prozent“ sowie das „Compact Magazin“ wurden bei den Kundgebungen mehr als geduldet, sie waren Teil der sogenannten Hygienedemos in Stuttgart.

Was ist passiert:

Am Rande einer dieser Hygienedemos kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen AntifaschistInnen und Rechten. Nach dem Angriff auf Aktivisten der faschistischen Pseudo-Gewerkschaft Zentrum Automobil am Rande des Cannstatter Wasens blieb schließlich einer der Nazis schwerverletzt zurück.

In den folgenden Wochen kam es in Stuttgart, Tübingen, Karlsruhe und weiteren Städten zu Hausdurchsuchungen und auch der Vorwurf des versuchten Totschlags gegen einen aktiven Antifaschisten erheben die Ermittlungsbehörden in diesem Zusammenhang.

Und jetzt:

Die jetzigen Ermittlungen reihen sich ein in das repressive Vorgehen von Seiten des Staates gegen linke und soziale Bewegungen und die Versuche den breiten gesellschaftlichen Widerstand gegen Rechts anhand der Gewaltfrage auseinander zu dividieren.

Bei der Veranstaltung am 16. Oktober berichten AktivistInnen der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) Stuttgart von den Erfahrungen gegen die rechts offene Massenbewegung in der schwäbischen Metropole, liefern einen Überblick über die Repression und beleuchten die Hintergründe:

Wer ist die Gruppe Querdenken 0711, die auch in Berlin und zuletzt in Konstanz Demonstrationen organisiert hat? Welche Rolle spielt die rechte Betriebsvereinigung „Zentrum Automobil“ deren Mitglieder beim Angriff verletzt wurden? Wie kann die antifaschistische Bewegung intervenieren wenn Nazis in einer Massenbewegung Fuß fassen? Welche Aufgaben hat die Antifaschistische Bewegung im Kontext der kapitalistischen Krise?…